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Bauen 4.0: Baubranche in Deutschland hat Nachholbedarf in der Digitalisierung

Das Bauwesen in Deutschland boomt. Im ersten Halbjahr 2018 konnte das Bauhauptgewerbe ein Umsatzplus von 8,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnen. Mit einem Umsatzvolumen von 114 Milliarden Euro im Bauhauptgewerbe 2017 hat sich die Baubranche nun endgültig von der Rezession zwischen 1995 und 2005 erholt und blickt positiv in die Zukunft (Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie). Während andere Wirtschaftssektoren bereits einen fortschreitend hohen Digitalisierungsgrad aufzuweisen haben, muss das Bauwesen in Sachen Bauen 4.0 allerdings noch deutlich aufholen.

Die Baubranche droht den Anschluss an die Digitalisierung zu verpassen

Zwar hat sich der Digitalisierungsindex im Baugewerbe 2017 gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte verbessert und liegt nun bei 49 von 100 möglichen Punkten, doch im Branchenvergleich landet das Bauwesen damit immer noch im unteren Drittel (Quelle: Digitalisierungsindex). Einige große Bauunternehmen können sich bereits mit anderen Branchen messen, doch die Zahl der Bauunternehmen, die hier noch gar nicht aktiv sind, ist sehr hoch. Als Hauptgrund identifiziert die Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ die kleingliedrigen, handwerklichen Strukturen der Branche. 15 Prozent der befragten Bauunternehmen haben sich demnach noch überhaupt nicht mit der Digitalisierung befasst. Für das Bauwesen besteht die Gefahr, dass sich die Branche in digitale Vorreiter und digitale Nachzügler aufspaltet – und letztere dann bald schon deutlich schlechtere Wettbewerbschancen haben.

 

Bauen 4.0: Chancen der Digitalisierung wahrnehmen und davon profitieren

Die Studie zum Digitalisierungsgrad im Bauwesen zeigt auch: Bereits realisierte Maßnahmen führten zu Prozessverbesserungen, zu einer höheren Kundenzufriedenheit und optimierten das Betriebsergebnis. Die Baubranche sollte daher die gute Konjunkturlage stärker zur Einführung von Digitalisierungsmaßnahmen nutzen, um in Zukunft weiterhin von positiven Entwicklungen zu profitieren. Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung der Baubranche?

  • Digitaler Kundenkontakt

Im digitalen Zeitalter benötigen Unternehmen eine eigene Webseite, auf der Kunden die Gelegenheit finden, sich zu informieren. Firmen können auf ihren Seiten auf ihr Produktportfolio aufmerksam machen und Kundenanfragen über E­Mail oder Kontaktformulare entgegennehmen. Durch den Einsatz von mobilen Kommunikationsanwendungen können Unternehmen schneller auf Kundenanfragen reagieren. Das ist wichtig, um die Erwartungshaltung der Kunden, jederzeit Zugriff auf Informationen zu haben, zu erfüllen und somit eine positive Kundenbeziehung aufzubauen.

  • Digitale Planungsmethoden

Die Baubranche benötigt – wie in der Industrie bereits stärker verbreitet – eine intelligente „Baustelle 4.0“, die eine Vernetzung aller Gewerke und Maschinen ermöglicht. Im Bauen 4.0 kommen zum Beispiel digitale Planungsmethoden wie das Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz. Mit BIM können Unternehmen ihre Bauprojekte vollständig digital planen. Der Vorteil: Alle am Bauprojekt beteiligten Mitarbeiter haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Daten wie Kosten, Mengen oder Zeitabläufe –auch wenn sie vor Ort auf der Baustelle sind. In der Datenbank werden darüber hinaus beispielsweise Grundrisse oder 3D­Modelle zur Verfügung gestellt. BIM wird bereits von vielen Auftraggebern nachgefragt, weil sich Bauprozesse damit einfacher überwachen lassen. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Einführung von Building Information Modeling: Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur plant eine verbindliche Nutzung von BIM bei öffentlichen Infrastrukturprojekten in Deutschland ab 2020.

  • Digitaler Lagerbestand

Baumaterialien aller Art, Spezialwerkzeuge, Geräte – schon bei kleinen Baubetrieben kann das Lager schnell unübersichtlich und entsprechend schwer zu überblicken sein. Eine digitalisierte Lagerverwaltung mit RFID-Technologie sorgt dafür, dass Informationen zum Bestand jederzeit aktuell sind und auf Abruf bereitstehen. Jedes Lagerobjekt erhält ein Funketikett, den RFID-Tag, und ein digitales Abbild in einer Software zur Verwaltung des Lagerbestands. Da die Technologie unkompliziert eingesetzt werden kann und wenig Investitionsaufwand benötigt, ist sie auch schon für kleinere Unternehmen interessant.

Innovationskraft für die Baubranche

Leasing ermöglicht insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen, in die Digitalisierung zu investieren. Bereits seit über 60 Jahren sind es Expertise, Mittelstand und die Nähe zur Realwirtschaft, die die Leasingwirtschaft kennzeichnen. BNP Paribas Leasing Solutions begreift sich als starker Finanzierungspartner der Baubranche. Aufgrund unseres Objekt-Know-hows zögern wir nicht, innovative Produkte oder Investitionen in neue Technologien auch in denjenigen Fällen zu ermöglichen, bei denen sich Kreditinstitute eher zurückhaltend zeigen. Als Leasinggesellschaft verfügen wir über spezifische Branchenkenntnisse und behalten durch enge Zusammenarbeit mit Kunden und Herstellern die Markttrends im Blick. Wir möchten Unternehmen im Bauwesen ermutigen, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen und dabei nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren, sondern aktiv davon zu profitieren. Kontaktieren Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner!